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Das erste Mal: Ausreiten

Written by Super User. Posted in Reiten Allgemein

  Wer -wie ich - das erste Mal mit einem 5 Jahre jungen Pferd zum Ausreiten ins Gelände geht, der muss so einiges beachten und bedenken. Als aller erstes mal: Sicherheit geht vor! Denn Ausreiten ist immer gefährlicher als das Reiten auf einem weichen Sandplatz. Und man muss immer bedenken und sich bewusst sein: ein Pferd ist ein Fluchttier. Und zwar jedes Pferd. Das brävste Pferd wird im Zweifelsfall eher Fersengeld geben und der vermeintlichen Gefahr davon galoppieren. Auch wenn das Pferd normalerweise super brav ist. Das ist nicht böse, das ist ein jahrtausende alter Instinkt. Man sollte auch eher in der Gruppe ausreiten als alleine, denn Pferde sind auch Herdentiere und viele sind in der Gruppe ruhiger und entspannter als alleine. Aber man sollte sich auch bewusst sein dass in einer Gruppe ein einzelnes Pferd reicht, das sich erschrickt, und alle anderen machen mit.

Deswegen: Man muss sich der Risiken bewusst sein und ich empfehle (nicht nur beim Ausreiten) unbedingt einen Reithelm und auch eine Schutzweste oder zumindest einen Rückenprotektor zu tragen. Ein möglicher Sturz im Gelände auf einen Stein, einen Fels oder einen Baumstumpf ist einfach deutlich gefährlicher als ein Sturz auf dem Reitplatz.

Aber nun genug der Warnungen. Für viele Reiter ist das Reiten lernen und die Dressurübung eher ein Mittel zum Zweck, damit man das Pferd kontrollieren kann und damit man dann entspannt ausreiten kann. Ich muss gestehen dass ich das bisher anders gesehen habe, aber seit dem ersten richtigen Ausritt, mit Galopp über ein abgemähtes Stoppelfeld... das ist schon toll. Und je nach dem wie das Pferd sich verhält, zeigt es dem Reiter ja auch, ob es selber Freude aum Ausreiten hat. Mein Junger "Cornelis" hat definitiv eine ganze Menge Spaß am Ausreiten! Natürlich ist es (noch) nicht vollkommen entspannt, der Kopf ist immer wieder weit in den Himmel gereckt, weil es im Gebüsch spannend knistert, weil es irgenwoher interessant riecht, oder weil er im Blickwinkel eine Bewegung ausgemacht hat.

Aber dabei wurde Cornelis niemals besonders unruhig und die Gegend ansehen und interessiert alles beobachten muss ja schließlich beim Ausreiten erlaubt sein. Eine neue Umgebung, neue Eindrücke und ganz unterschiedliche Untergründe sind ja auch für ein Pferd spannend und eine tolle Abwechslung. Und wie sehr sich die regelmäßige Zusammenarbeit mit dem Pferd auch bei der Bodenarbeit lohnt hat mir meiner auch gleich sehr eindrucksvoll demonstriert: Er schenkt seinem Reiter unglaublich viel Vertrauen! Es waren noch zwei andere, ältere und im Gelände erfahrene Pferde dabei. Und siehe da, es tat sich vor ihnen ein großes, böses schwarzes Lock in Form einer Schlammpfütze auf. Und promt sind die beiden Pferde jeweils nach links bzw. rechts ausgeschert und die Reiter waren gut beschäftigt, wieder etwas Ruhe rein zu bringen. Anders
 Cornelis. klar hat er das Schwarze Loch auch gesehen und feste geschnaubt und er fand es irgendwie auch bedrohlich, klar. Aber er hat nicht eine Sekunde gezögert und sich vollkommen auf meine Hilfen verlassen und ist - langsam und vorsichtig - aber ruhig und ganz gerade durch die Schlammpfütze gestackst.

Solche Erlebnisse sind für Reiter und Pferd toll. Und wer uns alle danach gesehen hat, wie wir entspannt im Galopp um die Felder geritten sind, konnte vermutlich den Spaß aller Beteiligten Reiter und Pferde spüren. Das einzige was gegen Ende dann störend war, waren die Pferdebremsen, Fliegen und Mücken. Da wusste ich dann auch endlich für was ich die Spring-Gerte dabei hatte, ich konnte während dem Reiten damit die Fliegen von seiner Brust verschauchen. Und auch das war ihm sofort klar, dass ich mit der Gerte nicht ihm drohte und rumwedelte, sondern dass ich ihm nur helfen wollte die Fliegen zu verscheuchen. Das empfehle ich nicht unbedingt jdem zur Nachhahmung, aber mein Pferd war auch dafür sehr dankbar.

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